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DistributionNOW – Wette auf mehr Ölinvestitionen

Ich gebe gerne zu, dass ich bisher beim Absturz der Ölpreise und der dazugehörigen Aktien ganz gut gefahren bin indem ich mich rausgehalten habe. Nachdem der Absturz der Ölpreise begann stiegen viele Valueinvestoren bereits in die fallenden Aktienkurse ein, denn der Ölpreis kann ja nicht dauerhaft billig bleiben. Zumindest kann er nicht billiger bleiben als die Produktionskosten. Da die Produktionskosten aber ebenfalls deutlich gesenkt wurden und die arabischen Staaten (und langsam auch Iran) so viel wie lange nicht produzierten ging es doch immer weiter nach unten und blieb länger dort als mancher vermutete.

Was im Abschwung aber natürlich auch passierte war das Einfrieren oder Kürzen der Investitionsbudgets bei den meisten Ölkonzernen. In der Zeit der hohen Ölpreise war immer mehr investiert worden bis es ein steigendes Überangebot gab. In den letzten drei Jahren wurden hingegen kaum noch größere Projekte begonnen, Ausrüstung zum Teil auf Verschleiß gefahren und unrentable Ölquellen stillgelegt. Die Bilanzen der großen Ölkonzerne wie Shell oder Chevron erlaubten weiter Dividendenzahlungen, da gleichzeitig das Raffineriegeschäft gut lief und da eben an Investitionen gespart wurde.

Die Ausrüstung zum Bohren muss allerdings recht regelmäßig ersetzt werden, und die großen Unternehmen beginnen bereits wieder ihre Investitionsbudgets zu erhöhen. Die Talsohle scheint nun allmählich durchschritten DistributionNOW – Wette auf mehr Ölinvestitionen weiterlesen

Meine Bankenwette

Im Moment gibt es an der Börse ja kaum noch Unternehmen, die wirklich günstig aussehen. Fast alle Firmen werden weit über ihrem Buchwert, also dem Eigenkapital der Aktionäre, gehandelt, und die anderen haben meist irgendwelche Probleme.

Eine ganze Branche mit erheblichen Problemen sind europäische Banken – was dazu führt, dass auch nach dem Stresstest der EZB viele noch weit unter dem Buchwert notieren. Ich habe schon vor einem halben Jahr über die Unterbewertung der Banken geschrieben und mich danach entschieden auf die Deutsche Bank und Société Générale zu setzen. Auch nach dem Stresstest lässt eine Erholung auf sich warten, so dass ich mich noch einmal mit dieser Investition und dem Bankensektor beschäftigen sollte. Meine Bankenwette weiterlesen

Europäische Banken weit unter Buchwert – ein Schnäppchen?

Eine bekannte und immer wieder zu hörende Weisheit für das Value-Investing, von einigen sogar als Definition des selbigen angesehen: Zahle an der Börse immer deutlich weniger als den inneren Wert, oft so ausgedrückt:

Kaufe einen Euro, zahle nur 50 cent

Angespornt von den Erfolgen Warren Buffets wird daraus oft einfach die (zweifellos richtige) Suche nach guten und ertragreichen Geschäftsmodellen, hohen Kapitalrenditen und nachhaltig stark wachsenden Firmen. Der alte Meister Graham schreibt im „The Intelligent Investor“ aber insbesondere auch über die Werte in der Bilanz. Unter anderem schlägt er folgende Kategorien von Aktien als geeignete Anlageobjekte vor:

  • „The Relatively Unpopular Large Company“, also aktuell gerade eher wenig beachtete oder gar gemiedene Unternehmen, die zu den größten und bekanntesten gehören, trotzdem wegen temporärer Schwierigkeiten gerade vom überwiegenden Teil der Marktteilnehmer als unattraktiv gesehen werden.
  • „Purchase of Bargain Issues“ , d.h. der Kauf von Schnäppchen – insbesondere Unternehmen die unter ihrem „Net Working Capital“, also Nettoumlaufvermögen gehandelt werden, obwohl sie wenigstens eine schwarze 0 schreiben.

Natürlich muss man sich auch diese Unternehmen stets genauestens ansehen, um nicht später böse überrascht zu werden – aber die Gefahr merklicher Rücksetzer ist um so kleiner, je niedriger die Erwartungen ohnehin sind. Solche Unternehmen sind also gut für den Investor, und entsprechend nachdrücklich muss man nach ihnen Ausschau halten – und vielleicht habe ich ja etwas entdeckt…

Hier ein kleines Rätsel, die Frage ist mit welchem Unternehmen ich mich heute beschäftigen will:

Welches Unternehmen hat eine so lange Tradition, dass es alte Geschäftsberichte von vor der Kaiserzeit im Archiv liegen hat, und ein Geschäftsmodell das auch die nächsten Jahrhunderte ziemlich sicher funktionieren sollte? Welches gehört gleichzeitig zur Gruppe der weltgrößten, bekanntesten und wichtigsten Akteure in seinem Kerngeschäft? Welches ist ein von Anfang an globales Unternehmen, das auch heute zu den Aushängeschildern der deutschen Wirtschaft zählt? Und notiert an der Börse trotzdem, selbst nach Abzug der immateriellen Vermögenswerte, bei nur etwa 3/4 des Eigenkapitals? Europäische Banken weit unter Buchwert – ein Schnäppchen? weiterlesen