Schlagwort-Archive: Fundamentalanalyse

Analyse Hypoport – Finanzmakler der Zukunft?

Heute geht es um ein interessantes Unternehmen irgendwo zwischen Fintech, Software und Finanzvermittlung, dass mit grandiosen organischen Wachstumsraten glänzt: Die Hypoport AG ist ein Finanzvermittler und Betreiber einer Online-Finanzvermittlungsplattform für Unternehmenskunden. Nachdem der Kurs lange Zeit (bis Anfang 2014/vor etwa einem Jahr) unter 10 Euro herumkrepelte, kostet die Aktie inzwischen mehr als 25 €. Aufmerksam geworden auf Hypoport bin ich aber dadurch, dass ich die Aktie in wikifolios und einem Finanzforum gesehen hatte und sie mir überhaupt nichts gesagt hat.

Was macht mich hier auf den ersten Blick schon neugierig? Vor allem dieses schöne Wachstum:

Geschäftsjahr 2009 2010 2011 2012 2013 2014 [Q1 ’15]
Umsatz Mio € 50,5 66,9 84,4 87,8 98,1 112,3 [33,3]
Gewinn Mio € -0,3 3,3 3,7 -0,8 3,1 5,9 [3]

Das Wachstum ist wie gesagt rein organisch entstanden – es muss also gute Gründe geben, warum die Umsätze anders als bei den normalen Finanzvertrieben so stark anziehen! Analyse Hypoport – Finanzmakler der Zukunft? weiterlesen

Analyse Steico SE – Zukunft des Bauens oder Holzweg?

Heute will ich mich mit der Steico SE beschäftigen, einer Firma die ich eigentlich gar nicht sooo spannend finde, die von der Bewertung her aber durchaus interessant aussieht:

  • Seit dem Börsengang 2007 hat sich die Aktie um 2/3 verbilligt, während der Umsatz um fast 2/3 gestiegen ist.
  • Das Unternehmen ist Marktführer in seinem Hauptgeschäftsbereich
  • Trotz erheblicher Überkapazitäten am Markt wurden bis auf 2008 immer Gewinne geschrieben
  • Börsenwert aktuell nur 3/4 des Buchwertes
  • Bei anhaltendem Trend zum ökologischen Bauen, Passivhäuser etc. erhebliches Wachstumspotential

Aufgrund der einigermaßen günstigen Bewertung bin ich daher der Meinung, dass sich hier ein näherer Blick lohnen könnte. Analyse Steico SE – Zukunft des Bauens oder Holzweg? weiterlesen

Analyse Sixt SE – mit Mobilität in die Zukunft

Nachdem ich mich mit dem relativ neuen Trend hin zum stationsunabhängigen Carsharing befasst und zur Information auch in den Geschäftsberichten von Sixt nachgeschaut habe, will ich mich mit der Sixt SE einmal genauer befassen. Sixt ist Marktführer in der deutschen Autovermietung, einer der größten unabhängigen Leasinganbieter Deutschlands und auch international inzwischen auf der Aufholjagd.Fillialen von Hertz, Sixt und Europcar nebeneinander im Berliner Hauptbahnhof Filialen von Hertz, Sixt und Europcar nebeneinander im Berliner Hauptbahnhof

Was hat mir, außer dieser interessanten Zukunftsperspektive, an Sixt so gefallen?

Sixt fällt dadurch auf, dass es eine relativ günstige Bewertung hat – nach der Prognoseanhebung vermutlich ein KGV von etwa 11 – und in sehr langfristiger Perspektive ein starkes und vor allem profitables Wachstum vorweisen kann. Das ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt dass der Markt von Verdrängungswettbewerb geprägt ist, und Sixt trotzdem auf Eigenkapitalrenditen von 20% kommt. Der Marktanteil in Deutschland wurde immer weiter gesteigert (auf über 30%), im Ausland ist man aber gerade erst am Anfang und kann momentan enormes Wachstum vorweisen – wie gesagt ohne einen ruinösen Preiskampf anzuzetteln. Die Prognose wurde gerade erst angehoben, nachdem die Geschäfte deutlich besser laufen als erwartet worden war. Die gute Profitabilität bei weiteren Marktanteilsgewinnen und moderater Bewertung schreit also förmlich nach einer genauen Analyse. Analyse Sixt SE – mit Mobilität in die Zukunft weiterlesen

Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft

Es gibt ja Unternehmenszahlen, da MUSS man einfach neugierig werden wenn man über sie stolpert. Und auch wenn ich nicht bei allen Punkten begeistert bin, hat es mich nicht losgelassen, so dass ich jetzt eine Analyse zur MeVis Medical Solutions AG verfassen muss 🙂

Hier kurz die Zahlen, die mich so beeindruckt haben:

  • Umsatz -> 2007:  7,9 Mio €       2013: 14,6 Mio €
  • mehr als die Hälfte des Börsenwertes ist schon durch die liquiden Mittel der Firma gedeckt
  • keine nennenswerten Finanzschulden
  • KGV auf 2013er Basis trotzdem nur bei rund 7
  • EBIT-Marge 2013: 28%
  • Kurs-Buchwert Verhältnis von etwa 1
  • Eigenkapitalquote (zum 31.12.2013) von fantastischen 77%
  • Der 2013er Gewinn war zwar außergewöhnlich hoch, stammt aber nicht aus etwaigen Anteilsverkäufen, sondern tatsächlich aus dem operativen Geschäft

Zusammengenommen würde ich sagen: ich habe bisher nicht gerade viele Unternehmen gesehen, die bei einer so hohen Rentabilität und Bilanzqualität auf den ersten Blick so günstig aussahen. Wo ist also der Haken in diesem extra-fetten Wurm? Oder habe ich doch einmal Glück und eine Aktie gefunden, die den meisten bisher entgangen ist? Analysieren wir das ganze doch einmal, schließlich soll mich der Blog ja zwingen, keine unüberlegten Anlageentscheidungen mehr zu treffen! Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft weiterlesen

Depotanalyse: Paragon AG

Kommen wir doch mal zu meinem ersten Projekt auf dem Blog: Ich will sämtliche Unternehmen, deren Wertpapiere sich so in meinem Depot befinden zumindest halbwegs gründlich analysieren und einschätzen ob es sinnvolle Investitionen waren. Ich habe zum Teil in der Vergangenheit nur sehr oberflächlich geschaut, was wirklich in den Firmen steckt – also ich habe schon nach einem plausiblen Geschäftsmodell, ordentlichem Kurs-Gewinn-Verhältnis und Unternehmenswachstum geschaut, aber es waren auch schon Fehlgriffe darunter. Grund genug sich durchs schreiben mal zu ’ner gründlicheren Beschäftigung zu zwingen. 🙂
Eine Übersicht über meine Depotauswahl zeigt worauf ihr euch freuen dürft.

Die Paragon AG Aktien habe ich zum Jahreswechsel 2014 gekauft zum Kurs von 10,45. Sie liegen also noch gar nicht so lange im Depot und sind schon ordentlich gestiegen. Auf die Aktie gestoßen bin ich, als ich bei Comdirect nach Aktien gefiltert habe, die niedriges KGV und etwas Dividende gezeigt haben. Das geschätzte KGV für dieses Jahr lag damals bei etwa 8. Aber genug gelabert, zum Unternehmen:

Geschäftsmodell

Paragon ist ein Zulieferer für die Autoindustrie. Sie produzieren also Teile, die später in die neuen Audis, VWs, BMWs usw. eingebaut werden – was bei der momentanen Stärke der deutschen Autoindustrie sicher nicht schlecht ist, aber man muss im Hinterkopf behalten, dass es damit eine eher konjunkturanfällige Branche ist, und zudem von wenigen Großabnehmern abhängig. Depotanalyse: Paragon AG weiterlesen