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Bericht von der Hauptversammlung der Beta Systems AG

Wie ich im letzten Artikel zur Beta Systems Software AG ja schon angekündigt hatte bin ich am Montag zur Hauptversammlung selbiger Firma gegangen. Da die Sonne wundervoll schien und ich nur 4 U-Bahnstationen entfernt wohne hoffte ich eigentlich nach 2 bis 3 Stunden wieder gehen zu können und mir einen schönen Nachmittag machen zu können. Nun ja, das klappte nicht ganz – aber dazu später.

Das Gebäude der Beta Systems Software

Zu Beginn um 11:30 Uhr war der Hauptversammlungssaal schon gut gefüllt, ich schätze 60 bis 70 Aktionäre hatten sich dort eingefunden, zusammen knapp 3 Mio Stimmrechte. Die meisten davon übrigens mit über 2,3 Mio bei der Deutschen Balaton. Ich schnappte mir einen Geschäftsbericht und hörte den üblichen Verlesungen zu Beginn einer Hauptversammlung zu. Der 6. Tagesordnungspunkt – Abschließung des Ergebnisabführungsvertrags mit der neu erworbenen LYNET – wurde vorgezogen und sollte auch zuerst Bericht von der Hauptversammlung der Beta Systems AG weiterlesen

Beta Systems Software

Beta Systems ist ein Unternehmen, dass mir prinzipiell schon länger bekannt ist, mit dem ich mich aber erst in letzter Zeit näher beschäftigt habe. Der Firmensitz liegt an der Spree direkt auf meinem früheren Weg zur Uni, den ich bei akzeptablem Wetter in der Regel mit dem Fahrrad zurückgelegt habe. Zusätzlich war vor drei bis vier Jahren der Aktienkurs von Beta Systems so niedrig, dass die Firma als Net-Net gehandelt wurde. Damals hielt mich von einer Investition vor allem ab, dass ich den Großaktionär deutsche Balaton und sein Verhalten als gegenüber den Kleinaktionären nicht ganz fair empfunden habe und die Firma zudem durch Verluste und schwache Entwicklung der Vorjahre aufgefallen war. Außerdem sollte das Geld für Übernahmen eingesetzt werden, die in der Vergangenheit ja nicht viel gebracht hatten, so dass ich insgesamt eher skeptisch gestimmt war.

Im Nachhinein ist das natürlich ein Fehler gewesen: Der Aktienkurs hat sich in den letzten drei Jahren etwa verdreifacht! Nach diesen Kurssprüngen fand ich die Aktie zunächst etwas zu teuer, inzwischen ist mein Interesse angesichts der schlechten Alternativen und der jüngsten Entwicklung bei Beta Systems wieder neu erwacht.

Meine Investmentthese in Kürze: Beta Systems Software weiterlesen

東邦システムサイエンス (Toho System Science) – die japanische GFT, aber in günstig

Ich habe vor kurzem ja eine Shortlist von interessanten Anlageideen aus Asien vorgestellt – heute möchte ich mich genauer mit Toho System Science beschäftigen. Das ist eine nicht besonders große japanische Firma, deren Geschäft Software für Finanzunternehmen ist. Ursprünglich eine Tochter der Toho Life Insurance ist Toho System Science seit 1999 unabhängig (als die Muttergesellschaft kollabierte) und hat sich seitdem prächtig entwickelt.

Was macht das Unternehmen interessant?

  • Geschäftsfeld mit guter Zukunft
  • KGV ca 10
  • Dividendenrendite von 3%, mit Potential nach oben
  • 14% Eigenkapitalrendite
  • massiv überschüssige Barmittel – etwa zwei Drittel des Börsenwertes durch Nettocash gedeckt
  • EV/EBIT von 2,5 extrem niedrig
  • solide Entwicklung der Vergangenheit – Gewinne seit 2013 fast verdoppelt
  • kaum kapitalintensive Branche
  • momentan zwar Umsatzrückgänge, aber die Gesamtjahresprognose geht von weiterem Wachstum aus

Nun, es ist kein Net-Net, aber hat einen sehr geringen Enterprise Value, obwohl es ein sehr gut funktionierendes Geschäftsmodell besitzt und gutes Geld verdient. Die in Deutschland am ehesten vergleichbare GFT wird mit dem vierfachen! des Buchwertes gehandelt, TSS hat kaum einen Aufschlag auf den Buchwert.

Geschäftsmodell

Vielleicht sagt dem einen oder anderen an deutschen Nebenwerten interessiertem Leser ja die deutsche GFT Technologies etwas, die vom Geschäftsmodell fast das gleiche tut: 東邦システムサイエンス (Toho System Science) – die japanische GFT, aber in günstig weiterlesen

Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft

Es gibt ja Unternehmenszahlen, da MUSS man einfach neugierig werden wenn man über sie stolpert. Und auch wenn ich nicht bei allen Punkten begeistert bin, hat es mich nicht losgelassen, so dass ich jetzt eine Analyse zur MeVis Medical Solutions AG verfassen muss 🙂

Hier kurz die Zahlen, die mich so beeindruckt haben:

  • Umsatz -> 2007:  7,9 Mio €       2013: 14,6 Mio €
  • mehr als die Hälfte des Börsenwertes ist schon durch die liquiden Mittel der Firma gedeckt
  • keine nennenswerten Finanzschulden
  • KGV auf 2013er Basis trotzdem nur bei rund 7
  • EBIT-Marge 2013: 28%
  • Kurs-Buchwert Verhältnis von etwa 1
  • Eigenkapitalquote (zum 31.12.2013) von fantastischen 77%
  • Der 2013er Gewinn war zwar außergewöhnlich hoch, stammt aber nicht aus etwaigen Anteilsverkäufen, sondern tatsächlich aus dem operativen Geschäft

Zusammengenommen würde ich sagen: ich habe bisher nicht gerade viele Unternehmen gesehen, die bei einer so hohen Rentabilität und Bilanzqualität auf den ersten Blick so günstig aussahen. Wo ist also der Haken in diesem extra-fetten Wurm? Oder habe ich doch einmal Glück und eine Aktie gefunden, die den meisten bisher entgangen ist? Analysieren wir das ganze doch einmal, schließlich soll mich der Blog ja zwingen, keine unüberlegten Anlageentscheidungen mehr zu treffen! Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft weiterlesen