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Wenn mein Aktiendepot ein Unternehmen wäre

Man bekommt unter Valueinvestoren ja so oft zu hören dass man nicht in Wertpapiere sondern in Unternehmen investiert, dass eine Wiederholung dessen nun keinen Artikel rechtfertigt. Aber in der Praxis ist es mitunter doch schwerer als man zugeben will, wirklich langfristig und Unternehmerisch zu denken.

Deshalb ist die Idee des Artikels eine andere: Ich will mein Depot (am Beispiel meines wundervollen und durch gute, vielleicht auch einfach glückliche Aktienwahl sehr gut gewachsenen Wikifolio-Musterdepots) betrachten, als ob es ein Unternehmen ist. Ein Unternehmen, das ich anhand seiner Kennzahlen – Gewinn, Eigenkapital, Cashflow oder was immer eure Lieblingskennzahl ist – einschätzen kann. Ist es teuer? Billig? Langfristig gut aufgestellt? Würde ich darin eigentlich auch insgesamt investieren wollen? Wenn mein Aktiendepot ein Unternehmen wäre weiterlesen

日本株で投資します – in japanische Aktien investieren!?

日本株で投資します! 日本には興味がある 、そして日本株は高くない から。。。
日本語で書いた ごめんなさい ^.^
[Nihonkabu de toushi shimasu! Nihon ni wa kyoumi ga aru, soshite Nihonkabu wa takakunai kara…  Nihongo de kaita gomennasai 🙂 ]

OK – Keine Sorge, ich werde nicht meinen Blog nach Japan umziehen und versuchen japanische Artikel zu schreiben, auch wenn der Lerneffekt für die Sprache bestimmt gut wäre. Aber ich will mich in der nächsten Zeit ein wenig genauer mit der dortigen Wirtschaft und dem dortigen Aktienmarkt beschäftigen. Dieser Artikel bildet den Startpunkt dazu und soll die Frage beantworten: Was ist an japanischen Aktien eigentlich so interessant?

Da mein japanisch nicht gerade gut und eigentlich nur selbstbeigebracht ist, könnten die obigen Sätze voller Fehler sein und eine leicht andere Bedeutung haben als ich denke, die beabsichtigte Übersetzung ist etwa folgende: 日本株で投資します – in japanische Aktien investieren!? weiterlesen

Balda Aktie – kann es überhaupt noch tiefer gehen?

Manchmal kann Börse (in der Theorie) so einfach sein. Es werden Unternehmen gehandelt, die ihre Bilanzen allesamt offenlegen müssen. Als Investor liest man diese und findet auf einmal folgendes: Ein Unternehmen, dass geringfügig profitabel ist, vom Geschäftsmodell her auch nicht zum zwangsläufigen Tod verdammt uuuuuuuuuuuuund erheblich weniger kostet, als es Umlaufvermögen hat. Das sogar weniger kostet als es Netto an Bargeld auf dem Konto hat!!!
Und das ist keine Wahnidee aus meinen Wunschträumen, sondern ich habe da ein ganz konkretes Unternehmen im Auge…

Zu dieser Art von Aktien, oft Net-Net oder Cigarbutt (Zigarrenstummel) genannt, habe ich in Vorbereitung dieser Analyse schon einen Artikel geschrieben, und womöglich kommen noch weitere dazu. Diesen Beitrag zu Bilanzschnäppchen solltest du dir auf jeden Fall durchlesen, falls du noch kein Verständnis darüber hast, warum es sinnvoll sein könnte in eine Firma mit starken Problemen, geringer Rentabilität, 80% Umsatzverlusten und laufenden Gerichtsverfahren (wie es  hier der Fall ist) zu investieren. Balda Aktie – kann es überhaupt noch tiefer gehen? weiterlesen

Das Depot einmal anders betrachtet

Wie oft hat man nicht schon gelesen, gehört oder selbst von sich gegeben, dass Aktienanlage eine langfristige Sache ist? Und wie oft erwischt man sich dann doch dabei, über Bewegungen von 3% bei einer Aktie bei Verkündung der Quartalszahlen nachzudenken – wenn das bei einem langfristigen Engagement doch nebensächlich sein sollte?

Das Depot einmal anders betrachtet weiterlesen

Europäische Banken weit unter Buchwert – ein Schnäppchen?

Eine bekannte und immer wieder zu hörende Weisheit für das Value-Investing, von einigen sogar als Definition des selbigen angesehen: Zahle an der Börse immer deutlich weniger als den inneren Wert, oft so ausgedrückt:

Kaufe einen Euro, zahle nur 50 cent

Angespornt von den Erfolgen Warren Buffets wird daraus oft einfach die (zweifellos richtige) Suche nach guten und ertragreichen Geschäftsmodellen, hohen Kapitalrenditen und nachhaltig stark wachsenden Firmen. Der alte Meister Graham schreibt im „The Intelligent Investor“ aber insbesondere auch über die Werte in der Bilanz. Unter anderem schlägt er folgende Kategorien von Aktien als geeignete Anlageobjekte vor:

  • „The Relatively Unpopular Large Company“, also aktuell gerade eher wenig beachtete oder gar gemiedene Unternehmen, die zu den größten und bekanntesten gehören, trotzdem wegen temporärer Schwierigkeiten gerade vom überwiegenden Teil der Marktteilnehmer als unattraktiv gesehen werden.
  • „Purchase of Bargain Issues“ , d.h. der Kauf von Schnäppchen – insbesondere Unternehmen die unter ihrem „Net Working Capital“, also Nettoumlaufvermögen gehandelt werden, obwohl sie wenigstens eine schwarze 0 schreiben.

Natürlich muss man sich auch diese Unternehmen stets genauestens ansehen, um nicht später böse überrascht zu werden – aber die Gefahr merklicher Rücksetzer ist um so kleiner, je niedriger die Erwartungen ohnehin sind. Solche Unternehmen sind also gut für den Investor, und entsprechend nachdrücklich muss man nach ihnen Ausschau halten – und vielleicht habe ich ja etwas entdeckt…

Hier ein kleines Rätsel, die Frage ist mit welchem Unternehmen ich mich heute beschäftigen will:

Welches Unternehmen hat eine so lange Tradition, dass es alte Geschäftsberichte von vor der Kaiserzeit im Archiv liegen hat, und ein Geschäftsmodell das auch die nächsten Jahrhunderte ziemlich sicher funktionieren sollte? Welches gehört gleichzeitig zur Gruppe der weltgrößten, bekanntesten und wichtigsten Akteure in seinem Kerngeschäft? Welches ist ein von Anfang an globales Unternehmen, das auch heute zu den Aushängeschildern der deutschen Wirtschaft zählt? Und notiert an der Börse trotzdem, selbst nach Abzug der immateriellen Vermögenswerte, bei nur etwa 3/4 des Eigenkapitals? Europäische Banken weit unter Buchwert – ein Schnäppchen? weiterlesen