Meine nächste Analyse ist wegen der Prüfungszeit bei der Hälfte stecken geblieben, und da wird es auf einmal an der Börse tatsächlich interessant – und jetzt schreib ich sogar über aktuelle Themen, obwohl ich eigentlich einen so kurzfristigen Fokus vermeiden will. Nun gut: Adidas, eine der größten und bekanntesten deutschen Firmen überhaupt, kappt die Prognose und die Aktie bricht in zwei Tagen um fast 20% ein. Die Analysten senken reihenweise ihre Kursziele und die Kommentare zu Adidas werden auf einmal viel passimistischer, z.B. hier oder hier. Genau gleichzeitig gehen die Aktienmärkte endlich (für mich erfreulich – denn da ich meine Positionen deutlich reduziert und nur ein Unternehmen im Depot habe, sind mir günstigere Kurse zum Wiedereinstieg lieber^^) in den Korrekturmodus über, der Dax ist von seinem gefeierten 10000er Hoch auf 9200 Punkte zurückgefallen. Die Adidas-Aktie hat seit ihrem Höchststand (im Januar über 91€) auf die aktuellen 58 € sogar mehr als ein Drittel verloren. Da ich Adidas sowieso für ein äußerst starkes Unternehmen halte, kommt nun der Schnäppchenjäger in mir durch: ist der Verfall gerechtfertigt (dann wird er weitergehen und ich sollte abwarten), oder ist es eine typische Übertreibung des Marktes? Kurskorrektur – Sollte man jetzt Adidas-Aktien kaufen? weiterlesen
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Firmenwerte/Goodwill im DAX (II) – Daten
Meine Tabelle über immaterielle Werte im DAX ist fertig! Nachdem ich bei Analysen mehrfach über das Problem hoher Firmenwerte/Goodwill in Bilanzen gestolpert bin, und ich mich gefragt habe was denn da ein normaler Vergleichswert sein könnte, habe ich mich zu einer Überblicksanalyse des DAX entschlossen und mir die Daten aller 30 Firmen zusammengesammelt. Bei den größten und erfolgreichsten Firmen Deutschlands sollte man doch in etwa erkennen können wie die Bilanzen und Bewertungen von Unternehmen aussehen, die in besonderem Maß durch Profis betrachtet werden. Zur Problematik hoher Firmenwerte/Goodwill in Bilanzen siehe den ersten Teil, der die entsprechenden Bilanzgrundlagen zu erklären versucht.
Auch bei den Wirtschaftsmedien hat man das Problem offenbar auf dem Schirm, hier gib es auch schon Übersichten – die zum Vergleich mit den aktuellen Daten durchaus interessant sind: Übersicht 2011
Es wird in dieser Übersicht bereits darauf hingewiesen, dass die Risiken besonders groß sind, sobald der Goodwill den Wert des Eigenkapitals übersteigt. Insofern sollte man hoffen, dass das nicht der Fall ist – denn der Firmenwert ist aus Aktionärssicht langfristig ein Bilanzposten ohne wirklichen Wert (beziehungsweise mit kaum sinnvoll überprüfbarem Wert). Die Daten zeigen, dass man sich bei manchen Firmen dennoch Sorgen machen muss! Firmenwerte/Goodwill im DAX (II) – Daten weiterlesen
Firmenwerte/Goodwill im DAX (I) – Problematik
Da ich bei meinen Analysen und nicht zuletzt bei den Mox-Problemen auf hohe immaterielle Güter gestoßen bin, die ich schlecht einschätzen konnte, musste ich natürlich diesem Thema einen Beitrag widmen. Er war schon komplett fertig, als ich entschieden habe ihn in zwei Teilen zu veröffentlichen. Für den Leser ist es vielleicht angenehmer, wenn es nicht zu lang wird. Insbesondere kann ich so aber die Bereiche sauber trennen: dieser Artikel beschäftigt sich mit der allgemeinen Problematik, während der zweite Teil sich mit den aktuellen Daten aus den 30 DAX-Werten befasst.
Zu den Daten der immateriellen Vermögenswerte im DAX 🙂
Problematik
Zunächst einmal: Was ist Goodwill/Firmenwert, was sind andere immaterielle Güter, und wo ist das Problem dabei?
Bilanzen sollen einen Überblick darüber geben, welche Geschäftsmittel Unternehmen zur Verfügung haben, woher diese kommen, und was das Unternehmen anderen finanziell schuldig ist. Jede Bilanz hat zwei S Firmenwerte/Goodwill im DAX (I) – Problematik weiterlesen
Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man… – auch aus einer Pleite
Tja, so ist das im Leben:
Manchmal gewinnt man, manchmal
verliertlernt man.
Eine schöne Weisheit für alle, die der Meinung sind dass man das Glas durchaus lieber als halb voll sehen sollte und mit positivem Denken mehr vom Leben hat. Eine Weisheit die einem Mut machen will. Und wenn man auf diesen Spruch in einem Aktienblog stößt, könnte man denken es sei eine alte Börsenweisheit, geboren aus einem der zahlreichen Crashs. Tatsächlich ist dieser Spruch aber der Titel der aktuellen Predigtreihe in meiner Gemeinde und war wohl eher nicht bezüglich der Börse gemeint. Aber wenn darin ein Funke Wahrheit liegt, ist genau jetzt für mich Zeit zu lernen… 😕
Was ist passiert?
Mit der (wirklich guten) Predigt unsres Vikars noch im Ohr schaute ich am Dienstagabend (17.6.) ins Depot – und dachte erstmal, dass meine Bank einen technischen Fehler gemacht haben müsste. Und wenn ein regelmäßigerer Leser mal in der Liste meiner Aktien gesehen hat, dass ich ein paar von der Mox Telecom dabei hatte … dann kann er sich denken, dass das nicht so war. Wenige Wochen nachdem noch steigende Umsätze und Gewinne verkündet worden waren, meldet die Firma Insolvenz in Eigenregie (Schutzschimverfahren), weil Kredite nicht verlängert wurden. Ich erhalte also (zu einem unerfreulichen Preis) eine erstklassige Gelegenheit viel zu lernen, und will dies nun zumindest versuchen. Ich muss zugeben, kurz hatte ich den Impuls einfach die Aktien aus der Liste auf dem Blog zu löschen, zu verkaufen und die Sache für mich zu behalten – ist ja peinlich, dass ich das nicht gesehen habe. Ich habe das Gefühl mich selbst damit bloßzustellen, diesen Fehler zuzugeben. Andererseits möchte ich ehrlich bleiben, mich nicht besser darstellen als ich bin, lernen, und vor allem ein warnendes Beispiel in die Netzwelt setzen: nicht alle Kennzahlen sind so schön wie sie zuerst einmal scheinen! (Und man lässt sich viel zu schnell täuschen, ich zumindest habe das wohl…) Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man… – auch aus einer Pleite weiterlesen
IVU Traffic Technologies AG – Schuldenfreier Verkehrssoftwarespezialist
Gute Gelegenheiten sind selten geworden – aber das heißt ja nicht, dass es keine gibt. Eine meiner Meinung nach besonders sympathische ist die IVU. Besonders sympathisch, da die Firma auch aus Berlin kommt und in einem Bereich tätig ist, der mir recht nahe liegt. Ich selber habe einen Hiwi-Job in der Softwareentwicklung, und als Mathematiker käme wenn ich fertig bin die IVU auch als Arbeitgeber in Frage. Dadurch bin ich auf die Firma aufmerksam geworden, und nun interessierte mich natürlich auch die Kapitalanlageseite – nachdem der erste Eindruck mir gut gefiel gibt es jetzt auch einen Beitrag.
Die IVU Traffic Technologies AG, kurz IVU, ist ein Berliner Anbieter von Spezialsoftware für Verkehrsunternehmen. Es wurde 1976 gegründet, hat den Sitz in Berlin (yeah!) und inzwischen auch etliche andere Standorte für den Vertrieb weltweit.
Geschäftsmodell
Die IVU bietet im wesentlichen Software zur Verwaltung, Planung und Optimierung des Verkehrs und der Kunden an, d.h. eine Spezialsoftware die auf den einzelnen Kunden angepasst wird. Die wesentlichen Teile der Software sind natürlich schon lange programmiert und einsatzfähig, aber letztendlich hat jede Firma andere Anforderungen, andere Daten und Herangehensweisen, und sicher muss auch manchmal das eine oder andere extra neu entwickelt werden. Da die Ersparnis, die eine solche Software einem Betrieb bringt aber enorm groß ist, lohnt es sich trotzdem hohe Summen dafür auszugeben – die dann der IVU gute Gewinne bringen. Laut IVU sind die Softwareprodukte bei über 500 Kunden weltweit im Einsatz, der Schwerpunkt liegt aber klar auf Deutschland (über 50% des Umsatzes) und Europa, weniger als 2% des Umsatzes wurden außerhalb Europas erzielt. Die Tendenz geht aber klar in Richtung stärkerer Internationalisierung, vor 10 Jahren waren noch 80% der Umsätze im Inland erzielt worden. IVU Traffic Technologies AG – Schuldenfreier Verkehrssoftwarespezialist weiterlesen
Depotanalyse – Euromicron AG
Nachdem ich bei meiner letzten Analyse der MAX Automation zu dem Schluss gekommen bin, dass ich wohl ein wenig zu oberflächlich bei der Auswahl dieser Aktie war und ich angesichts der schwachen Auftragseingänge lieber von der Aktie trenne, nun die nächste Analyse. Die Euromicron AG ist noch seit ganz am Anfang in meinem Depot und entsprechend wenig Erfahrung hatte ich damals. Nach der Dividendenstreichung und dem kleinen Verlust im letzten Jahr ist der Aktienkurs zudem deutlich eingebrochen. Es stellt sich also die Frage, ob der Kursverfall gerechtfertigt war oder eine gute Kaufgelegenheit ist.
Geschäftsmodell
Die Euromicron bietet grob gesagt als Hauptgeschäft den Bau von IT-Netzwerkinfrastruktur an. Das können die elektronischen Anzeigen am Bahnhof sein, Internetleitungen der Telekom, das Handelssystem über das ich elektronisch mit Aktien handele oder das Überwachungskamerasystem im nächsten Gefängnis. Kurzum bietet sie eine technisch anspruchsvolle Baudienstleistung, die an vielen Stellen benötigt wird, die aber fast alle Unternehmen mangels eigener Kompetenz dazukaufen müssen. Depotanalyse – Euromicron AG weiterlesen
Was die Gewinnmargen treibt – Teil 1
Zwischen meinen Unternehmensanalysen, die ja oftmals etwas länger brauchen, heute eine kleine Betrachtung zu Erfolgsfaktoren die sich auf die Margen niederschlagen. Einige mögen klar sein, andere übersieht man schnell – aber trotzdem ist es bei jeder Analyse wichtig, diese langfristigen Erfolgsfaktoren so gut wie es geht zu berücksichtigen. Insbesondere sind einige dieser Faktoren unabhängig von der Marktlage, die sich schnell ändert und die Börseneinschätzung verzerren kann. Insofern ist dies meine Checkliste, und wem weitere Aspekte einfallen -> einfach Kommentar abgeben, ich bin lernwillig 😎
Gewinne werden erzielt, indem man höhere Einnahmen als Ausgaben hat. Insbesondere treibt es die Margen an, wenn man Kunden dazu bekommt, mehr als nötig für ein Produkt zu zahlen, wofür es wiederum etliche Strategien gibt. Teil 1 befasst sich daher mit der Frage, wodurch sich auf der Einnahmeseite des Unternehmens besonders gute Gewinne machen lassen, Teil 2 wird sich den Kosten widmen. Was die Gewinnmargen treibt – Teil 1 weiterlesen
Depotanalyse: M.A.X Automation AG
Zum Teil 3 meiner Analyse von Unternehmen, deren Aktien bei mir im Depot herumliegen: Die M.A.X. Automation (der Einfachheit halber im folgenden MAX genannt). Grob gesagt ein Unternehmen, bzw. eine Unternehmensgruppe, im Maschinen- und Anlagenbau mit Spezialisierung auf Umwelttechnik und Industrieautomation. Wie bei Paragon (Teil 1) habe ich die Aktie erst ein halbes Jahr, und damals nur sehr oberflächlich auf die Kennzahlen geschaut. Nachdem ziemlich schwache Zahlen veröffentlicht wurden, ist der Kurs merklich abwärts gegangen – als wertorientierter Investor stellt sich da natürlich die Frage: Ist das berechtigt und man sollte auch verkaufen, oder ist das eher übertrieben und man kann nachkaufen? Da ich hier doch ins Zweifeln gekommen bin, ist das definitiv eine gründliche Analyse wert. Also wie immer zuerst zum
Geschäftsmodell
Die MAX ist wie gesagt auf Maschinenbau spezialisiert. Genaugenommen ist es eine Unternehmensgruppe/-holding, die verschiedene Unternehmen umfasst, die alle in diesem Bereich tätig sind. Ich könnte alle 8 Firmen aufzählen, da man die Namen aber nur als Brancheninsider kennen dürfte lasse ich das hier erst einmal. Prinzipiell werden hier Anlagen gebaut, die in der Industrie für die effiziente Produktion von Gütern gebraucht werden. Auf Kundenseite liegt der Fokus der meisten Konzerngesellschaften (Segment Industrieautomation) bei der Autoindustrie.
Brancheneinschätzung
Was lässt sich allgemein zum Maschinenbau also sagen? Es ist ein Bereich, der sehr konjunktursensibel ist, insbesondere in Bezug auf die Investitionskonjunktur. Da die Produktionskapazitäten der Industrie gerade in Südeuropa bei weitem nicht ausgelastet sind, vergrößert kaum ein Unternehmen seine Produktionsanlagen, was auf Umsätze und Gewinne drücken sollte. Gleichzeitig ist das als Szenario auch für Deutschland möglich, wo es bisher noch einigermaßen läuft. Die Ausstattung von industriellen Produktionsanlagen ist eben das Geschäft, es steht und fällt also daher alles mit der Lage der Industrie. Vielleicht ist das für die Recyclingtechnik (Vecoplan) nur bedingt zutreffend, aber auf die Konjunktur komme ich nochmal bei den Zahlen. Zudem ist als Investor zu bedenken, dass der Maschinenbau kein anspruchsloses Geschäftsfeld ist. Es ist zwar nicht übermäßig kapitalintensiv, Depotanalyse: M.A.X Automation AG weiterlesen
Depotanalyse: BAVARIA Industries Group AG
Der zweite Teil meiner Eigen-Depotanalyse dreht sich um die Bavaria Industries Group (früher Bavaria Industriekapital) AG. Der Grund: es ist der dickste Brocken in meinem Depot, und angesichts des Klumpenrisikos sollte ich mir vielleicht Gedanken machen einen Teil zu verkaufen. Andererseits ist es nur deshalb so ein dicker Brocken, weil sich der Kurs seit dem Tief Mitte 2012 fast vervierfacht! hat und seit meinem Einstieg immerhin weit mehr als verdoppelt. Und vielleicht ist da ja durchaus ein Stück mehr drin, das 2013er Kurs-Gewinn-Verhältnis ist immerhin das kleinste unter meinen Aktien…
Gekauft habe ich die Bavaria Aktien im März ’11 zum Zwischenhoch von 16€/Stück – in 2012 fielen sie zum Teil dann unter 10€. Damals überlegte ich intensiv ob ich nicht verkaufen sollte, behielt die Aktien aber doch. Man sieht schön, wie sich die Geduld ausgezahlt hat, denn seitdem ist der Kurs kräftig gestiegen – man hätte zeitweise über 40€ bekommen. Zudem sieht man hier auch ein anderes psychologisches Problem: weil der Preis gefallen war (ungerechtfertigt meiner Meinung nach) machte ich mir Gedanken zu verkaufen, nicht zu kaufen. Kaufen wäre aber im Nachhinein das Richtige gewesen. Immerhin habe ich auch damals schon nachgedacht und abgewartet als ich den Preisverfall als unbegründet empfand. Wie ich überhaupt auf die Firma gestoßen bin weiß ich auch nicht mehr. Mein klassisches Screenen und Filtern hätte hier nämlich vermutlich nicht angeschlagen, da das KGV kaum schätzbar ist und bei der Comdirect zumindest nicht angegeben. Für 2013 liegt das KGV übrigens beim aktuellen Kurs bei grandiosen 2,3!
Also zu Thema: Was kann man zum Geschäft finden oder aussagen?
Geschäftsmodell
Die Bavaria Industries ist eine Holdinggesellschaft, also beteiligt sich wiederum an anderen Unternehmen. Dabei liegt der Fokus auf eher schwachen Unternehmen, die dann wieder in Schwung gebracht und im Idealfall mit ordentlichem Gewinn verkauft werden. Depotanalyse: BAVARIA Industries Group AG weiterlesen
Depotanalyse: Paragon AG
Kommen wir doch mal zu meinem ersten Projekt auf dem Blog: Ich will sämtliche Unternehmen, deren Wertpapiere sich so in meinem Depot befinden zumindest halbwegs gründlich analysieren und einschätzen ob es sinnvolle Investitionen waren. Ich habe zum Teil in der Vergangenheit nur sehr oberflächlich geschaut, was wirklich in den Firmen steckt – also ich habe schon nach einem plausiblen Geschäftsmodell, ordentlichem Kurs-Gewinn-Verhältnis und Unternehmenswachstum geschaut, aber es waren auch schon Fehlgriffe darunter. Grund genug sich durchs schreiben mal zu ‘ner gründlicheren Beschäftigung zu zwingen. 🙂
Eine Übersicht über meine Depotauswahl zeigt worauf ihr euch freuen dürft.
Die Paragon AG Aktien habe ich zum Jahreswechsel 2014 gekauft zum Kurs von 10,45. Sie liegen also noch gar nicht so lange im Depot und sind schon ordentlich gestiegen. Auf die Aktie gestoßen bin ich, als ich bei Comdirect nach Aktien gefiltert habe, die niedriges KGV und etwas Dividende gezeigt haben. Das geschätzte KGV für dieses Jahr lag damals bei etwa 8. Aber genug gelabert, zum Unternehmen:
Geschäftsmodell
Paragon ist ein Zulieferer für die Autoindustrie. Sie produzieren also Teile, die später in die neuen Audis, VWs, BMWs usw. eingebaut werden – was bei der momentanen Stärke der deutschen Autoindustrie sicher nicht schlecht ist, aber man muss im Hinterkopf behalten, dass es damit eine eher konjunkturanfällige Branche ist, und zudem von wenigen Großabnehmern abhängig. Depotanalyse: Paragon AG weiterlesen