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Ertragsschätzung Ferrari (Gastbeitrag)

(Vorwort): Heute feiert mein kleiner Blog eine Premiere: zum allerersten Mal werde ich eine Analyse von einem Gastautor veröffentlichen! Sam hat sich hier auch schon in den Kommentaren hervorgetan, wir kennen uns aber auch aus der Uni persönlich und haben da das eine oder andere Mal über Aktien und Finanzmärkte diskutiert. Ich freue mich, dass er sich nun daran gewagt hat seine Einschätzung eines Unternehmens – in diesem Fall der hochprofitable Börsenneuling Ferrari – für die Öffentlichkeit aufzuschreiben und zur Diskussion zu stellen. Genauso würde ich übrigens jedem interessierten Hobbyanleger gern meine Seite als Plattform zur Verfügung stellen – meldet euch gerne per Mail! 😉
Ansonsten will ich herzlich einladen den Beitrag zu lesen, und Sam eure Kommentare, Verbesserungsvorschläge und Gedanken dazu mitzuteilen. Und damit zu seiner kleinen Analyse ->

Ferrari

Eine konkrete Zuordnung von Wert zu Preis werde ich bei Ferrari nicht vornehmen. Ich finde es problematisch eine allgemeine Bewertung vorzunehmen, da der Wert eines Vermögensgegenstandes von der Situation (z.B. hohe/niedrige Aktienquote) und der Wahrnehmung (unsicheres Investitionsklima) des jeweiligen Investors abhängt. Aktuell Ertragsschätzung Ferrari (Gastbeitrag) weiterlesen

Polytec Holding – Aktie mit Nachholpotential

Die österreichische Polytec würden die meisten wohl kaum in den Bereich Value- oder Qualitätsaktien einordnen. Der Grund ist schnell klar: Weder notiert die Aktie klar unter Buchwert oder glänzt anderweitig in der Bilanz, noch ist das Unternehmen durch einen fetten Burggraben von der Konkurrenz geschützt. Polytec ist nämlich ein Zulieferer der Autoindustrie und als solcher dem Preisdruck der Konzerne genauso wie den starken Zyklen der Automobilbranche ausgeliefert. Durch das sehr niedrige KGV ist Polytec aber schon letztes Jahr auf meine erweiterte Beobachtungsliste gerutscht.

Mein Interesse an der Firma haben folgende Daten geweckt:

  • Marktkapitalisierung: 175 Mio € bei über 600 Mio € Umsatz
  • Aktienrückkäufe
  • Eigenkapitalanstieg: 58 Mio € 2009 -> 140 Mio € 2014, dazu gute Dividenden
  • guter Track-Rekord bei Übernahmen
  • Gewinn 2014 von 13,4 Mio€ , im Schnitt 2010-2014 aber von über 20 Mio €
  • Im ersten Quartal 2015 auf Jahressicht verdoppeltes Ergebnis: 0,26€/Aktie
  • Bei Fortschreibung ist über 1€/Aktie als Gewinn möglich, bei einem Kurs unter 8 €
  • Nachhaltiger Ergebnisanstieg durch größeren Hebel (ausgeweitete Bilanzsumme v.a. wegen Kauf der selbst genutzten Immobilien) ist von der Börse ignoriert worden
  • Unternehmen ist familiengeführt und sollte daher entsprechend auf langfristigen Erfolg ausgerichtet sein
  • Bisher gute Ergebnisse in einer recht schwierigen Branche erzielt

Meine Investmentthese kann ich hier auch schon einmal bekannt geben: Ich bin der Überzeugung, dass die Börse diese Aktie noch nicht entdeckt hat und die inzwischen besser werdenden Zahlen zu einem Anstieg der Bewertung führen sollten, sobald das nachgeholt wird. Auch als langfristige Investition kommt Polytec durchaus Polytec Holding – Aktie mit Nachholpotential weiterlesen

Analyse Steico SE – Zukunft des Bauens oder Holzweg?

Heute will ich mich mit der Steico SE beschäftigen, einer Firma die ich eigentlich gar nicht sooo spannend finde, die von der Bewertung her aber durchaus interessant aussieht:

  • Seit dem Börsengang 2007 hat sich die Aktie um 2/3 verbilligt, während der Umsatz um fast 2/3 gestiegen ist.
  • Das Unternehmen ist Marktführer in seinem Hauptgeschäftsbereich
  • Trotz erheblicher Überkapazitäten am Markt wurden bis auf 2008 immer Gewinne geschrieben
  • Börsenwert aktuell nur 3/4 des Buchwertes
  • Bei anhaltendem Trend zum ökologischen Bauen, Passivhäuser etc. erhebliches Wachstumspotential

Aufgrund der einigermaßen günstigen Bewertung bin ich daher der Meinung, dass sich hier ein näherer Blick lohnen könnte. Analyse Steico SE – Zukunft des Bauens oder Holzweg? weiterlesen

Depotanalyse: Paragon AG

Kommen wir doch mal zu meinem ersten Projekt auf dem Blog: Ich will sämtliche Unternehmen, deren Wertpapiere sich so in meinem Depot befinden zumindest halbwegs gründlich analysieren und einschätzen ob es sinnvolle Investitionen waren. Ich habe zum Teil in der Vergangenheit nur sehr oberflächlich geschaut, was wirklich in den Firmen steckt – also ich habe schon nach einem plausiblen Geschäftsmodell, ordentlichem Kurs-Gewinn-Verhältnis und Unternehmenswachstum geschaut, aber es waren auch schon Fehlgriffe darunter. Grund genug sich durchs schreiben mal zu ‘ner gründlicheren Beschäftigung zu zwingen. 🙂
Eine Übersicht über meine Depotauswahl zeigt worauf ihr euch freuen dürft.

Die Paragon AG Aktien habe ich zum Jahreswechsel 2014 gekauft zum Kurs von 10,45. Sie liegen also noch gar nicht so lange im Depot und sind schon ordentlich gestiegen. Auf die Aktie gestoßen bin ich, als ich bei Comdirect nach Aktien gefiltert habe, die niedriges KGV und etwas Dividende gezeigt haben. Das geschätzte KGV für dieses Jahr lag damals bei etwa 8. Aber genug gelabert, zum Unternehmen:

Geschäftsmodell

Paragon ist ein Zulieferer für die Autoindustrie. Sie produzieren also Teile, die später in die neuen Audis, VWs, BMWs usw. eingebaut werden – was bei der momentanen Stärke der deutschen Autoindustrie sicher nicht schlecht ist, aber man muss im Hinterkopf behalten, dass es damit eine eher konjunkturanfällige Branche ist, und zudem von wenigen Großabnehmern abhängig. Depotanalyse: Paragon AG weiterlesen