Schlagwort-Archive: Technologie

Bye Bye Big Blue

Es gibt verschiedene Arten, ein Investment zu beenden. Manchmal braucht man einfach gerade mehr Geld als auf dem Konto ist und löst eine der am wenigsten aussichtsreichen Positionen im Depot auf. Manchmal ist die Investmentthese voll aufgegangen und der Kurs hat sich so weit gesteigert, dass man die Gewinne mitnimmt. Manchmal ist es voll danebengegangen (was wir Valueinvestoren versuchen möglichst zu vermeiden) und man muss Schadensbegrenzung betreiben.

Und manchmal hat sich nicht viel getan und man hat auch nicht viel Geld verloren, aber erkennt dass die Investmentthese falsch war oder durch geänderte Bedingungen falsch geworden ist.

Ich habe meine IBM-Aktien, nachdem ich etwa drei Jahre lang Aktionär war, zu rund 120 € verkauft. Das ist ein Verlust von 30€ je Aktie, dem auf der anderen Seite Dividenden von weniger als 15 € gegenüberstehen. Trotzdem denke ich, dass es ein guter Zeitpunkt für den Verkauf ist. Was ist der Grund dafür? Meine ursprüngliche These Bye Bye Big Blue weiterlesen

Minori Solutions – hochprofitabel und äußerst günstig

Heute stelle ich Minori Solutions vor, eine weitere japanische Firma mit (meiner Meinung nach) erheblicher Unterbewertung. Zunächst kurz meine Investmentthese:

  • moderates Wachstum von Umsätzen, starkes Wachstum der Gewinne
  • Branche (IT und Software) erfordert kaum Kapitalbindung
  • Hälfte des Börsenwertes dennoch durch Bargeld gedeckt
  • Trotz der enormen Überkapitalisierung hat Minori Solutions sowohl eine operative Gesamtkapitalrendite als auch Eigenkapitalrendite im dauerhaft zweistelligen Bereich
  • EV/Nettogewinn ca. 6
  • KGV ca. 11,5
  • Unternehmen plant weiteren signifikanten Anstieg der Umsätze und Gewinne, Nachfrage ist gut
  • Verbesserter Kapitaleinsatz (Aktienrückkäufe!) würde einen starken Schub geben, aber selbst ohne ist das Unternehmen sehr günstig

Nun ist allein das beschriebene für europäische Maßstäbe schon fast zu gut um wahr zu sein. Das eigentlich krasse ist meiner Meinung nach aber die bisherige Entwicklung des Aktienkurses – vor 5 Jahren wurde die Aktie noch zu nur einem Viertel des heutigen Preises gehandelt und war damit ein klassisches Net-Net. Nur eben eines mit Wachstum und satten Renditen. Minori Solutions – hochprofitabel und äußerst günstig weiterlesen

Wie man die Sprachbarriere bei ausländischen Smallcaps überwindet

Da ich in letzter Zeit in Deutschland mehr und mehr Schwierigkeiten hatte Aktien zu überzeugen, habe ich mich (wie ihr hier mitbekommen habt) vermehrt auf die Suche nach Investitionsideen in anderen Ländern gemacht. Ein Problem dabei kann jedoch die Sprachbarriere sein.

In den Kommentaren zu meiner Analyse von  Toho System Science kamen mehrere Anfragen nach den Quellen meiner Information. Der Grund war, dass abgesehen von ein paar Seiten mit zusammengefassten Finanzkennzahlen keine englischsprachigen Informationen im Internet zu finden waren. Wie man die Sprachbarriere bei ausländischen Smallcaps überwindet weiterlesen

Analyse IBM – Der Tech-Saurier

Nachdem ich bereits die allgemeine Bewertung der großen, reiferen Technologieunternehmen thematisiert habe, und auch mehr oder weniger Analysen dazu versprochen und mich bereits allgemein mit der Cloud beschäftigt habe hier nun die erste: International Business Machines Corporation, kurz IBM.

Mit freundlicher Genehmigung der International Business Machines Corporation. Nicht autorisierte Verwendung untersagt.
„Mit freundlicher Genehmigung der International Business Machines Corporation. Nicht autorisierte Verwendung untersagt.“

Was zieht mich hier auf den ersten Blick an?

  • lange Tradition spricht für ein krisenfestes, profitables Geschäftsmodell
  • Die Marge ist sehr hoch, es wurde trotz Umsatzrückgangs die letzten Jahre immer ein operatives Ergebnis von um die 20 Mrd $ erzielt
  • Im Vergleich sehr niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis, Im Schnitt der letzten Jahre wurden Netto etwa 15 Mrd $ verdient, der Börsenwert beträgt dabei gut 160 Mrd. $
  • Die sehenswerte Dividendenhistorie (pdf) (wobei die Werte hier nicht um Aktiensplits bereinigt wurden)

Wie der etwas reißerische Titel Tech-Saurier andeutet, ist IBM in der Tat ein Relikt aus der grauen Vorzeit der Informationstechnologie, zugleich mit über 400.000 Mitarbeiter eine der gigantischsten Firmen weltweit. Genaugenommen befasste man sich hier schon vor der Erfindung des Computers mit Informationstechnologie – eine Vorgängerfirma, die 1896 gegründete Tabulating Machine Company stellte Maschinen zur Verarbeitung Analyse IBM – Der Tech-Saurier weiterlesen

Was genau ist eigentlich die Cloud?

Richtig, dieser Artikel heute behandelt einfach das technisch-ökonomische Thema Cloud-Computing und die Auswirkungen auf IT-Geschäfte. Wenn du Aktientipps suchst – schau dir einfach ein paar andere Artikel auf dieser Seite oder in der Blogroll an. 😉

Mir geht es darum, prinzipiell zu verstehen was denn eigentlich genau diese Cloud ist, von der man ständig hört und liest – und wie es die Geschäftsmodelle der IT-Firmen verändern könnte. Der Grund: Ich habe vor ein paar Wochen bereits über die offensichtlich relativ niedrige Bewertung einiger sehr profitabler Technologiekonzerne geschrieben. Zum Teil sind die niedrigen Bewertungen offenbar einer Verunsicherung über die Geschäftstransformation im Zeichen der „Cloud“ geschuldet. Mein Artikel über IBM ist noch nicht fertig und wird ohnehin sehr lang (falls ich ihn nicht aufspalte), daher bekommt die Cloud einfach einen eigenen Artikel (ein Artikel-Spinoff um Börsenjargon zu nutzen^^). Also : Was ist die eigentliche Innovation oder technische Neuerung bei der Cloud? Was genau ist eigentlich die Cloud? weiterlesen

Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft

Es gibt ja Unternehmenszahlen, da MUSS man einfach neugierig werden wenn man über sie stolpert. Und auch wenn ich nicht bei allen Punkten begeistert bin, hat es mich nicht losgelassen, so dass ich jetzt eine Analyse zur MeVis Medical Solutions AG verfassen muss 🙂

Hier kurz die Zahlen, die mich so beeindruckt haben:

  • Umsatz -> 2007:  7,9 Mio €       2013: 14,6 Mio €
  • mehr als die Hälfte des Börsenwertes ist schon durch die liquiden Mittel der Firma gedeckt
  • keine nennenswerten Finanzschulden
  • KGV auf 2013er Basis trotzdem nur bei rund 7
  • EBIT-Marge 2013: 28%
  • Kurs-Buchwert Verhältnis von etwa 1
  • Eigenkapitalquote (zum 31.12.2013) von fantastischen 77%
  • Der 2013er Gewinn war zwar außergewöhnlich hoch, stammt aber nicht aus etwaigen Anteilsverkäufen, sondern tatsächlich aus dem operativen Geschäft

Zusammengenommen würde ich sagen: ich habe bisher nicht gerade viele Unternehmen gesehen, die bei einer so hohen Rentabilität und Bilanzqualität auf den ersten Blick so günstig aussahen. Wo ist also der Haken in diesem extra-fetten Wurm? Oder habe ich doch einmal Glück und eine Aktie gefunden, die den meisten bisher entgangen ist? Analysieren wir das ganze doch einmal, schließlich soll mich der Blog ja zwingen, keine unüberlegten Anlageentscheidungen mehr zu treffen! Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft weiterlesen

Analyse Dr Hönle AG – starkes Wachstum mit UV-Technologie

Heute gibt es wieder eine Analyse von mir zu einem schon auf den ersten Blick recht gut aussehendem Unternehmen: Es ist die Dr Hönle AG.

Auf die Firma gebracht hat mich ein Kommentar auf der Unterseite meine Aktien , in dem sie als Beispiel für ein wohl recht günstiges Unternehmen im Technologiesektor genannt wurde. Der erste Blick auf die Zahlen zeigt starkes Wachstum bei recht hohen Margen und einem moderaten KGV von 13,3 bezogen auf den 2013er Gewinn. Da ich ja auf genügend Cash sitze, weil ich alle mir unsicher erscheinenden Positionen nach meiner Pleitenlektion liquidiert habe, bin ich auch sowieso auf der Suche nach Anlageobjekten. Könnte Hönle ein geeignetes sein?

Geschäftsmodell

Hönle ist kurz gesagt ein Industriezulieferer und Maschinenbaubetrieb im Bereich UV-Technologie. Diese Technologie wird z.B. eingesetzt um Kunst-/Klebstoffe und gedruckte Farben zu trocknen, Krankheitserreger abzutöten, Sonnenlicht zu simulieren. Um diese Kernkompetenz herum wurden weitere Unternehmensbereiche erworben, z.B. ein Industrieklebstoffhersteller, dessen Klebstoffe natürlich mit UV-Licht besonders gut zu trocknen sind, ein Glashersteller der die eigene Leuchtmittelproduktion beliefert, oder ein Hersteller von Teilen von Druckmaschinen. Insgesamt ist das Geschäft natürlich maßgeblich von der Industriekonjunktur und den entsprechenden Ausrüstungsinvestitionen der Industrie abhängig. Gleichzeitig ermöglicht die Analyse Dr Hönle AG – starkes Wachstum mit UV-Technologie weiterlesen