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Analyse Sixt SE – mit Mobilität in die Zukunft

Nachdem ich mich mit dem relativ neuen Trend hin zum stationsunabhängigen Carsharing befasst und zur Information auch in den Geschäftsberichten von Sixt nachgeschaut habe, will ich mich mit der Sixt SE einmal genauer befassen. Sixt ist Marktführer in der deutschen Autovermietung, einer der größten unabhängigen Leasinganbieter Deutschlands und auch international inzwischen auf der Aufholjagd.Fillialen von Hertz, Sixt und Europcar nebeneinander im Berliner Hauptbahnhof Filialen von Hertz, Sixt und Europcar nebeneinander im Berliner Hauptbahnhof

Was hat mir, außer dieser interessanten Zukunftsperspektive, an Sixt so gefallen?

Sixt fällt dadurch auf, dass es eine relativ günstige Bewertung hat – nach der Prognoseanhebung vermutlich ein KGV von etwa 11 – und in sehr langfristiger Perspektive ein starkes und vor allem profitables Wachstum vorweisen kann. Das ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt dass der Markt von Verdrängungswettbewerb geprägt ist, und Sixt trotzdem auf Eigenkapitalrenditen von 20% kommt. Der Marktanteil in Deutschland wurde immer weiter gesteigert (auf über 30%), im Ausland ist man aber gerade erst am Anfang und kann momentan enormes Wachstum vorweisen – wie gesagt ohne einen ruinösen Preiskampf anzuzetteln. Die Prognose wurde gerade erst angehoben, nachdem die Geschäfte deutlich besser laufen als erwartet worden war. Die gute Profitabilität bei weiteren Marktanteilsgewinnen und moderater Bewertung schreit also förmlich nach einer genauen Analyse. Analyse Sixt SE – mit Mobilität in die Zukunft weiterlesen

Carsharing – Wirtschaftstrend der Zukunft

Es kommt gelegentlich vor, dass man im Alltag Zeuge von die Wirtschaft verändernden Trends wird. Als Berliner sehe ich einen Trend bereits seit etwa zwei Jahren an Dynamik gewinnen, der die Geschäfte der Autoindustrie erheblich beeinflussen dürfte: Carsharing, insbesondere das stationsfreie Carsharing, bei dem man mittels Chipkarte und Smartphone überall in der Stadt geparkte Autos öffnen und damit sofort losfahren kann. Gerade während des aktuellen Bahn-Streiks dürften die Geschäfte und die Kundenneugewinnung blendend laufen/gelaufen sein – Grund genug sich das ganze genauer anzuschauen.

elektrisches Multicity-Carsharing in Berlin
elektrisches Multicity-Carsharing in Berlin

Nun war in der Anfangszeit noch überhaupt nicht klar, ob stationsfreies Carsharing nachhaltig als Geschäft taugt, oder ob es nur ein kurzfristiges Experiment oder eine Verluste bringende PR-Aktion der dahinterstehenden Autobauer ist. Nach den Meldungen vom Sommer dieses Jahres ist klar: mit dem Teilen von Autos lässt sich Geld verdienen, die Anbieter werden also jetzt erst richtig loslegen! Ich will mich daher heute einmal mit den Auswirkungen auf die Wirtschaft beschäftigen, um Profiteure und Verlierer möglichst rechtzeitig erkennen zu können. (Auch wenn in einem so frühen Marktstadium noch sehr viel offen ist) Carsharing – Wirtschaftstrend der Zukunft weiterlesen

Gute Laune im Kurssturz – Wie Bitte??

Verzeiht den plumpen Titel des Beitrags, aber ich bin schon etwas verwundert im Moment. Daher gibt es wieder einen Artikel, der sich mit dem aktuellen Geschehen der Börse befasst. Der heutige Börsentag hatte für mich eine dicke Überraschung parat. Nicht, dass es mich wundern würde, wenn der Dax wieder einmal mehr als 2% am Tag fällt – in meinem Artikel zu überbewerteten Aktien habe ich ja bereits behauptet, dass es problemlos auf 8000 oder noch weniger Punkte gehen kann. Was mich indes überrascht hat, war der Stimmungsindex der Frankfurter Börse. Ich halte ja wenig von kurzfristigem Spekulieren, Charttechnik und verwandten Methoden. Trotzdem glaube ich, dass gerade Stimmungsindikatoren in einer turbulenten Marktphase (wie aktuell) durchaus aussagekräftig sind.

Die Stimmung

Warum ist die Stimmung so wichtig? Wenn die Stimmung positiv ist, gibt es viel Raum für negative Überraschungen, wenn die Stimmung hingegen negativ ist, gibt es viel Raum für positive Überraschungen, Wirkung zu entfalten. Außerdem ist zumindest das längere Anhalten von positiver Stimmung ein Zeichen, dass alles Geld schon investiert ist – negative Stimmung dagegen ein Zeichen, dass das meiste Geld dem Aktienmarkt bereits entzogen wurde. Stimmung ist daher ein Kontra-Indikator, oder zumindest kann er in bestimmten Situationen zu einem werden. Gute Laune im Kurssturz – Wie Bitte?? weiterlesen

Börsenherbst – aktuell überbewertete Aktien

Nachdem ich normalerweise ja nach möglichst günstigen Aktien suche, schaue ich mir heute einmal die andere Seite an und beschäftige mich mit überbewerteten Aktien.

Warum?

Im Moment ähnelt die Börse verblüffend einem herbstlichen Ahorn: Die vorherrschende Farbe auf den Kurszetteln wechselt von Grün zu Rot. Die Blätter – Pardon, die Anteilsscheine – beginnen einer nach dem anderen zu fallen. Die Stimmung trübt sich ein wie das Wetter im November, und wie stark sich die aktuellen Krisen auf die Wirtschaftsentwicklung auswirken werden liegt im Nebel wie eine morgendliche Landstraße. Wer klug war hat die reifen Aktienfrüchte geerntet, als der DAX über 10000 Punkten stand – und kann mit dem Cashvorrat im Winter die Samen der nächsten Kursgewinne in den von Mario Draghi gut gefluteten Boden säen…

Ok 😉 – genug der herbstlich-depressiven Vergleiche, ich komme schon zum Thema: Ich halte es für klug, in der momentanen Situation abzuwarten, wie weit die Kurse der einzelnen Aktien noch zurückkommen – auch wenn der Dax bereits 10% verloren hat. Wirklich günstige Aktien sind ohnehin im Moment schwer zu finden. Ich wage die Prognose dass es noch ein kleines Stückchen weiter abwärts geht sobald die Charttechniker reihenweise Verkaufssignale entdecken (wie etwa das Fallen der Kurse unter beliebige mysteriöse Durchschnittslinien…) – die den Trend erst richtig verstärken.

Fundamentale Bewertung

Aber es gibt auch fundamentale Gründe, die für niedrigere Kurse sprechen: wenn es fast keine günstigen Aktien mehr gibt (oder sie wie bei MeVis dann sehr hohes Risiko haben), dann gibt entsprechend viele überbewertete Aktien, die deutlich zu teuer sind. Mit der Frage, welche Aktien das im DAX, MDAX, TECDAX oder SDAX betrifft (meiner bescheidenen Meinung nach) will ich mich heute beschäftigen. Börsenherbst – aktuell überbewertete Aktien weiterlesen

Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft

Es gibt ja Unternehmenszahlen, da MUSS man einfach neugierig werden wenn man über sie stolpert. Und auch wenn ich nicht bei allen Punkten begeistert bin, hat es mich nicht losgelassen, so dass ich jetzt eine Analyse zur MeVis Medical Solutions AG verfassen muss 🙂

Hier kurz die Zahlen, die mich so beeindruckt haben:

  • Umsatz -> 2007:  7,9 Mio €       2013: 14,6 Mio €
  • mehr als die Hälfte des Börsenwertes ist schon durch die liquiden Mittel der Firma gedeckt
  • keine nennenswerten Finanzschulden
  • KGV auf 2013er Basis trotzdem nur bei rund 7
  • EBIT-Marge 2013: 28%
  • Kurs-Buchwert Verhältnis von etwa 1
  • Eigenkapitalquote (zum 31.12.2013) von fantastischen 77%
  • Der 2013er Gewinn war zwar außergewöhnlich hoch, stammt aber nicht aus etwaigen Anteilsverkäufen, sondern tatsächlich aus dem operativen Geschäft

Zusammengenommen würde ich sagen: ich habe bisher nicht gerade viele Unternehmen gesehen, die bei einer so hohen Rentabilität und Bilanzqualität auf den ersten Blick so günstig aussahen. Wo ist also der Haken in diesem extra-fetten Wurm? Oder habe ich doch einmal Glück und eine Aktie gefunden, die den meisten bisher entgangen ist? Analysieren wir das ganze doch einmal, schließlich soll mich der Blog ja zwingen, keine unüberlegten Anlageentscheidungen mehr zu treffen! Analyse MeVis AG – Hochprofitable Medizinsoftware mit unsicherer Zukunft weiterlesen

Zalando Börsengang – Warum die Aktien zu teuer sind

Seit dem 18.09. ist klar, wie viel der Online-Händler für Schuhe und Mode Zalando für seine Aktien beim Börsengang haben will: Die Preisspanne liegt bei 18,00 bis 22,50 € je Aktie, insgesamt könnte eine Bewertung von etwas über 5 Milliarden Euro dabei herauskommen. Nun ist ja bekannt, dass mindestens 80% der Börsengänge zu überhöhten Preisen erfolgen – warum sonst sollte schließlich der besser informierte Alteigentümer seine Anteile aufgeben/verwässern, wenn nicht weil der Preis gerade hoch ist?

Bei Zalando ist der Börsengang natürlich auch eine Kapitalerhöhung, die dringend nötig für die weitere Expansion ist – denn bisher hat Zalando überhaupt kein Geld verdient! Stattdessen versucht Zalando, über möglichst schnelle Expansion den Markt als erstes Zalando Börsengang – Warum die Aktien zu teuer sind weiterlesen

Europäische Banken weit unter Buchwert – ein Schnäppchen?

Eine bekannte und immer wieder zu hörende Weisheit für das Value-Investing, von einigen sogar als Definition des selbigen angesehen: Zahle an der Börse immer deutlich weniger als den inneren Wert, oft so ausgedrückt:

Kaufe einen Euro, zahle nur 50 cent

Angespornt von den Erfolgen Warren Buffets wird daraus oft einfach die (zweifellos richtige) Suche nach guten und ertragreichen Geschäftsmodellen, hohen Kapitalrenditen und nachhaltig stark wachsenden Firmen. Der alte Meister Graham schreibt im “The Intelligent Investor” aber insbesondere auch über die Werte in der Bilanz. Unter anderem schlägt er folgende Kategorien von Aktien als geeignete Anlageobjekte vor:

  • “The Relatively Unpopular Large Company”, also aktuell gerade eher wenig beachtete oder gar gemiedene Unternehmen, die zu den größten und bekanntesten gehören, trotzdem wegen temporärer Schwierigkeiten gerade vom überwiegenden Teil der Marktteilnehmer als unattraktiv gesehen werden.
  • “Purchase of Bargain Issues” , d.h. der Kauf von Schnäppchen – insbesondere Unternehmen die unter ihrem “Net Working Capital”, also Nettoumlaufvermögen gehandelt werden, obwohl sie wenigstens eine schwarze 0 schreiben.

Natürlich muss man sich auch diese Unternehmen stets genauestens ansehen, um nicht später böse überrascht zu werden – aber die Gefahr merklicher Rücksetzer ist um so kleiner, je niedriger die Erwartungen ohnehin sind. Solche Unternehmen sind also gut für den Investor, und entsprechend nachdrücklich muss man nach ihnen Ausschau halten – und vielleicht habe ich ja etwas entdeckt…

Hier ein kleines Rätsel, die Frage ist mit welchem Unternehmen ich mich heute beschäftigen will:

Welches Unternehmen hat eine so lange Tradition, dass es alte Geschäftsberichte von vor der Kaiserzeit im Archiv liegen hat, und ein Geschäftsmodell das auch die nächsten Jahrhunderte ziemlich sicher funktionieren sollte? Welches gehört gleichzeitig zur Gruppe der weltgrößten, bekanntesten und wichtigsten Akteure in seinem Kerngeschäft? Welches ist ein von Anfang an globales Unternehmen, das auch heute zu den Aushängeschildern der deutschen Wirtschaft zählt? Und notiert an der Börse trotzdem, selbst nach Abzug der immateriellen Vermögenswerte, bei nur etwa 3/4 des Eigenkapitals? Europäische Banken weit unter Buchwert – ein Schnäppchen? weiterlesen

Auf die Größe kommt es an!?

Tja, eine schwierige und kontroverse Frage, die ich hier einmal diskutieren möchte:

Kommt es auf die Größe an? 

Wie der regelmäßigere Leser sicherlich schon bemerkt hat, beschäftige ich persönlich mich relativ stark mit eher kleinen Unternehmen. Nun ist aber die Frage, ob das denn überhaupt sinnvoll ist – schließlich gibt es etliche Argumente, die prinzipiell für die großen Firmen sprechen. Zum Teil sind mir diese auch erst in letzter Zeit bewusst geworden – und daran darf natürlich jeder teilhaben 🙂

Also zum Thema: was sind die Vorteile und Nachteile von Small-Caps (Unternehmen mit relativ niedrigem Börsenwert) und demgegenüber Large-Caps (Unternehmen mit relativ hohem Börsenwert? Auf die Größe kommt es an!? weiterlesen

Analyse Adidas-Aktie: ALL IN? NOTHING?

Nachdem ich ja bereits einen Artikel zu Adidas geschrieben habe, nachdem der Kurs wegen der Gewinnwarnung Anfang August um 20% eingebrochen war, beschäftige ich mich noch einmal genauer mit dem Unternehmen. Prinzipiell bin ich der Überzeugung, dass der Kurs nun deutlich eher zum Kauf einlädt, als er es Anfang des Jahres bei einem Börsenwert von 18 Milliarden € tat. Wie ich ja schon geschrieben habe, halte ich Adidas nach wie vor für ein starkes Unternehmen, das Aufgrund seiner Positionierung in strukturellen Wachstumsmärkten und seiner starken Marke immer einen Blick wert ist – aber was ist der eigentliche Wert, und ist der aktuelle Preis niedrig genug? Oder um es mit dem ans Casino erinnernden Werbeslogan von Adidas zur FIFA-WM zu sagen:

ALL IN or NOTHING bei der Adidas-Aktie?

Adidas und Nike am Tauentzien in direkter Nachbarschaft
Adidas und Nike am Tauentzien in direkter Nachbarschaft

Geschäftsmodell

Ich folge hier einfach dem Muster der vergangenen Analysen, denke aber, dass das prinzipielle Geschäft eines Weltkonzerns wie Adidas den meisten bekannt sein dürfte: Es werden Sportartikel, insbesondere Sportschuhe und -Bekleidung entwickelt und verkauft, dazu sportlicher Lifestyle und Mode. Weltweit ist Adidas in diesem Geschäft dabei die Nummer 2 hinter dem US-Konkurrenten Nike, im Geschäftsbericht auch liebevoll unser größter Mitbewerber  genannt^^

Das Sportartikelgeschäft ist dabei ein weltweit gut wachsendes Markengeschäft, in dem durch Markenbewusstsein genauso wie durch technologischen Vorsprung nachhaltig hohe Renditen verdient werden können. Analyse Adidas-Aktie: ALL IN? NOTHING? weiterlesen

Analyse Dr Hönle AG – starkes Wachstum mit UV-Technologie

Heute gibt es wieder eine Analyse von mir zu einem schon auf den ersten Blick recht gut aussehendem Unternehmen: Es ist die Dr Hönle AG.

Auf die Firma gebracht hat mich ein Kommentar auf der Unterseite meine Aktien , in dem sie als Beispiel für ein wohl recht günstiges Unternehmen im Technologiesektor genannt wurde. Der erste Blick auf die Zahlen zeigt starkes Wachstum bei recht hohen Margen und einem moderaten KGV von 13,3 bezogen auf den 2013er Gewinn. Da ich ja auf genügend Cash sitze, weil ich alle mir unsicher erscheinenden Positionen nach meiner Pleitenlektion liquidiert habe, bin ich auch sowieso auf der Suche nach Anlageobjekten. Könnte Hönle ein geeignetes sein?

Geschäftsmodell

Hönle ist kurz gesagt ein Industriezulieferer und Maschinenbaubetrieb im Bereich UV-Technologie. Diese Technologie wird z.B. eingesetzt um Kunst-/Klebstoffe und gedruckte Farben zu trocknen, Krankheitserreger abzutöten, Sonnenlicht zu simulieren. Um diese Kernkompetenz herum wurden weitere Unternehmensbereiche erworben, z.B. ein Industrieklebstoffhersteller, dessen Klebstoffe natürlich mit UV-Licht besonders gut zu trocknen sind, ein Glashersteller der die eigene Leuchtmittelproduktion beliefert, oder ein Hersteller von Teilen von Druckmaschinen. Insgesamt ist das Geschäft natürlich maßgeblich von der Industriekonjunktur und den entsprechenden Ausrüstungsinvestitionen der Industrie abhängig. Gleichzeitig ermöglicht die Analyse Dr Hönle AG – starkes Wachstum mit UV-Technologie weiterlesen